Aufteilung des Höchstbetrags

Aufteilungsregeln für den Unterhaltshöchstbetrag

Zeitanteilige Aufteilung des Höchstbetrags

Der Höchstbetrag von 8.652€ und der Karenzbetrag von 624€ sind Jahresbeträge. Liegen die Voraussetzungen für eine außergewöhnliche Belastung nicht das ganze Jahr über vor, ist eine Aufteilung des Höchstbetrags vorzunehmen.

Anwendungsbereich

Gründe für die Aufteilung des Höchstbetrags:

  • Der Unterstützungszeitraum liegt unter 12 Monaten.
  • Das Vermögen steigt in einem Teil des Jahres über 15.500€.
  • Es besteht kein Anspruch auf Kindergeld in einem Teil des Jahres.

Aufteilungsregeln

Der Höchstbetrag von 8.652€ und der Karenzbetrag von 624€ ermäßigen sich um je 1/12 für jeden vollen Kalendermonat, in dem die Voraussetzungen für eine außergewöhnliche Belastung nicht vorliegen. Eine Kürzung ist dabei nur zulässig, wenn die Voraussetzungen an keinem Tag dieses Monats vorgelegen haben.

Die Pauschbeträge nach § 9a EStG (v.a. Arbeitnehmerpauschbetrag und Pauschbetrag für sonstige Einkünfte, wozu Unterhaltsleistungen gehören) und die Kostenpauschale von 180€ sind zeitanteilig wie der Unterhaltshöchstbetrag aufzuteilen.

Einkünfte und Bezüge der unterhaltenen Person sind nur anzurechnen, soweit sie auf den Unterhaltszeitraum entfallen. Einkünfte und Bezüge, die außerhalb des Unterhaltszeitraums anfallen, werden in die Kürzung nicht einbezogen.

Wenn Einkünfte und Bezüge der zu unterhaltenen Person vorgelegen haben, gilt für die Kürzung des Pauschbetrags nach § 9a EStG:

  • Einnahmen ausschließlich im Unterhaltszeitraum.
     Folge: Der Pauschbetrag mindert in voller Höhe die Einnahmen im Unterhaltszeitraum.
  • Einnahmen ausschließlich außerhalb des Unterhaltszeitraums.
     Folge: Eine Kürzung des Pauschbetrags ist nicht vorzunehmen.
  • Einnahmen in beiden Zeiträumen.
     Folge: Der Pauschbetrag ist zeitanteilig auf beide Zeiträume zu verteilen.

Unterstützung einer Person durch mehrere Steuerpflichtige

Anwendungsbereich

Mehrere Personen (z.B. Geschwister) tragen zum Unterhalt eines Bedürftigen bei.

Aufteilungsregel

Die Steuerpflichtigen erhalten den Höchstbetrag nur einmal gemeinschaftlich. Die Aufteilung des Höchstbetrags erfolgt im Verhältnis der gezahlten Unterhaltsleistungen.


Unterstützung mehrerer Personen durch einen Steuerpflichtigen

Anwendungsbereich

Ein Steuerpflichtiger trägt zum Unterhalt mehrerer Personen (z.B. Eltern) bei.

Aufteilungsregeln

Unterstützen Sie mehrere Personen, die einen gemeinsamen Haushalt führen, ist der an alle Personen aufgewendete Betrag nach Köpfen aufzuteilen (Pro-Kopf-Aufteilung). Für jede unterhaltene Person ist getrennt zu prüfen, ob die Voraussetzungen für den Kostenabzug vorliegen und wie hoch die abziehbaren Unterhaltsleistungen sind. Das gleiche gilt bei Unterstützung mehrerer Personen, die keinen gemeinsamen Haushalt führen.

Handelt es sich bei den unterhaltenen Personen um Ehegatten, die in Haushaltsgemeinschaft leben, so sind die Einkünfte und Bezüge für jeden Ehegatten gesondert zu ermitteln und dann zusammenzurechnen. Die zusammengerechneten Einkünfte und Bezüge sind um einen Karenzbetrag von 1.248€ (2 x 624€) zu kürzen. Der verbleibende Betrag ist von der Summe der beiden Höchstbeträge 17.304€ (2 x 8.652€) abzuziehen.