Auswärtige Unterbringung

Auswärtige Unterbringung des volljährigen Kindes

Ein Kind ist auswärtig untergebracht, wenn

  • es eine Wohnung außerhalb des elterlichen Haushalts hat und
  • diese Trennung für die Dauer der ganzen Ausbildung oder eines Ausbildungsabschnittes (z.B. für die Dauer eines Semesters) angelegt ist.
  • Auf die Gründe für die auswärtige Unterbringung kommt es nicht an.

Sonderfälle der auswärtigen Unterbringung

Eine auswärtige Unterbringung liegt in folgenden Sonderfällen ebenfalls vor:

  • Unterbringung des Kindes im demselben Mietshaus des Steuerpflichtigen bei selbstständiger Haushaltsführung.
  • Ein verheiratetes Kind hat mit seinem Ehegatten eine eigene Wohnung bezogen.
  • Unterbringung des Kindes in einer Eigentumswohnung der Eltern bei selbstständiger Haushaltsführung.
  • Das Kind lebt in einem Internat, einem Heim oder einer Studentenbude.

Keine auswärtige Unterbringung in folgenden Fällen

Eine auswärtige Unterbringung wird in folgenden Sonderfällen abgelehnt:

  • Teilnahme des Kindes an einer Klassenfahrt von wenigen Tagen.
  • Teilnahme an einem dreiwöchigen Sprachkurs im Ausland während der Schulferien.
  • Teilnahme an einem sechswöchigen Praktikum in den Semesterferien außerhalb der elterlichen Wohnung.
  • Leben beide Elternteile getrennt und wohnt das Kind bei einem Elternteil, so ist es aus Sicht des anderen Elternteils nicht auswärtig untergebracht.
  • Werden Aufwendungen für ein an Legasthenie erkranktes Kind als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG berücksichtigt, ist daneben ein Freibetrag nach § 33a Abs. 2 EStG wegen auswärtiger Unterbringung des Kindes nicht möglich.

Zusammenfassung

Eine auswärtige Unterbringung eines Kindes liegt also immer dann vor, wenn das Kind für eine gewisse Dauer aus dem elterlichen Haushalt sowohl räumlich als auch hauswirtschaftlich ausgegliedert ist. Es darf nicht mehr in der Wohnung/in dem Haus der Eltern wohnen und nicht mehr am häuslichen Leben der Eltern teilnehmen. Voraussetzung ist daher ebenso, dass es dort nicht mehr verpflegt wird. Man spricht auch von räumlicher Selbstständigkeit.

Eine gewisse Dauer bedeutet, dass das Kind zumindest während eines bestimmten Ausbildungsabschnitts (z.B. während einem Semester) außerhalb der elterlichen Wohnung leben muss. Welche Zeitspannen dabei auf jeden Fall zu kurz sind, sieht man in der obigen Aufzählung, so z.B. ein sechswöchiges Praktikum.

Wochenendbesuche und Besuche während der Ferienzeiten sind jedoch immer unschädlich, wenn die Wohnung am Ausbildungsort beibehalten wird. Auch die gelegentliche Verpflegung durch die Eltern fällt dann nicht ins Gewicht.

Einen Ausbildungsfreibetrag erhalten Sie auch für Ihr Kind, das auf Dauer im Ausland lebt und für das Sie Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag erhalten. Der Ausbildungsfreibetrag wird dann aber je nach Lebensstandard des Wohnsitzstaates entweder in voller Höhe gewährt oder gekürzt. Die Kürzung gilt allerdings nicht für Kinder, die sich nur vorübergehend im Ausland zur Ausbildung aufhalten, beispielsweise zu einem Auslandsstudium.

Die Höhe des Freibetrags richtet sich bei Auslandskindern nach der Ländergruppeneinteilung.

Ländergruppe I924€
Ländergruppe II693€
Ländergruppe III462€
Ländergruppe IV231€

Außerdem schließen sich die Auswärtige Unterbringung eines Kindes und die Zugehörigkeit zum Haushalt der Eltern einander grundsätzlich nicht aus. Bewohnt das Kind am Studienort z.B. nur ein Zimmer und steht ihm in der elterlichen Wohnung ebenfalls noch ein Zimmer zur Verfügung, in das es regelmäßig, z.B. an den Wochenenden und in den Ferien zurückkehrt, kann es noch zum Haushalt der Eltern gehören.