Beerdigungskosten

Beerdigungskosten absetzen

Wenn Sie Kosten einer Bestattung für einen Angehörigen innerhalb eines Kalenderjahres getragen haben, können Sie diese Aufwendungen steuermindernd als außergewöhnliche Belastungen unter bestimmten Voraussetzungen absetzen.

Um Beerdigungskosten bei der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen geltend machen zu können, müssen Sie notwendig und angemessen (standesgemäße Beerdigung) sein und nicht zu Lebzeiten des Verstorbenen erfolgt sein. Die Finanzverwaltung akzeptiert Beerdigungskosten als außergewöhnliche Belastung im Rahmen der Angemessenheitsgrenze bis zu einem Höchstbetrag von 7.500€.

Die Begräbniskosten sind um den Wert des Nachlasses (z.B. Bankguthaben, Wertpapiere, Barvermögen, Immobilien), von Versicherungsleistungen (Lebens- und Sterbegeldversicherung) und einer eventuellen Beihilfe des Arbeitgebers zu kürzen. Nicht als Nachlass verrechnet wird z.B. der Hausrat.

Somit ist immer zu beachten, dass Versicherungsleistungen auch dann anrechenbar sind, wenn sie außerhalb des Nachlasses zugeflossen sind.

Damit ein Abzug überhaupt möglich ist, müssen Sie Ihre Beerdigungskosten nachweisen. Dazu erstellen Sie eine Einzelaufstellung der angefallenen Beerdigungskosten. Heben Sie daher alle mit der Beerdigung anfallenden Quittungen und Rechnungen gut auf.

Das Finanzamt berücksichtigt hierbei nur die Kosten, die unmittelbar mit der Bestattung zusammenhängen (z.B. für Grabstätte, Grabstein, Sarg, Urne, Blumen, Kränze, Todesanzeigen, Trauerkarten, Überführung und Aufbahrung). Kosten für die Trauerkleidung und die Bewirtung der Trauergäste sowie Reisekosten anlässlich der Bestattung erkennt das Finanzamt hingegen nicht an. Ebenso nicht abziehbar sind Kosten für die Grabinstandsetzung und Grabpflege, da sie nicht als haushaltsnahe Dienstleistung anzusehen sind. Dies wäre nur möglich, wenn sich das Grab auf dem Grundstück des Haushalts befände.

Beachte

Alle Zahlungen für die Beerdigung sollten in nur einem VZ geleistet werden (nehmen Sie notfalls Abschlagszahlungen vor), um einen zweimaligen Abzug der zumutbaren Belastung zu vermeiden.


Rechtliche oder sittliche Verpflichtung nötig

Beerdigungskosten können Sie als außergewöhnliche Belastung absetzen, wenn Sie die Kosten aus rechtlichen Gründen übernehmen müssen oder aus sittlichen Gründen freiwillig gezahlt haben und das Erbe nicht ausreicht.

Erben oder eine Erbengemeinschaft sind gesetzlich verpflichtet Bestattungskosten zu übernehmen (z.B. der Sohn eines Verstorbenen). Verwandte, die nicht erben, sind hingegen nicht verpflichtet, Kosten zu tragen.

Es entsteht aber eine sittliche Pflicht, wenn die nähere Umgebung (beispielsweise Verwandte, Nachbarn, Freunde) die Kostenübernahme erwartet. Der Nichterbe muss jedoch den Kostenersatz vom Erben verlangen. Der Erbe haftet dann insoweit mit dem vorhandenem Nachlass. So ein Fall ist z.B. gegeben, wenn ein nichterbberechtigter Angehöriger Kosten übernimmt, weil der Erbe mittellos ist. Eine sittliche Verpflichtung wird vom Finanzamt jedoch immer individuell überprüft.

Eine endgültige Belastung durch Beerdigungskosten eines nahen Angehörigen aus sittlichen Gründen, der keinen Ausgabenersatz erhält, kommt daher nur in Betracht, soweit ein Nachlass nicht vorhanden ist oder Erstattungsansprüche gegen den Erben nicht durchsetzbar sind. Hierzu sind ernsthafte Bemühungen zwingend, den Kostenersatz vom Erben zu erlangen.

Bei einer Überschuldung des Verstorbenen, ist Zwangsläufigkeit aus rechtlichen Gründen meistens nicht gegeben, da der Erbe die Erbschaft ausschlagen kann. Ausnahmsweise kann die Pflicht bestehen, Bestattungskosten eines verstorbenen Unterhaltsberechtigten, z. B. des Ehemannes, zu übernehmen.

Übrigens

In manchen Fällen muss ein Unterhaltsverpflichteter die Beerdigungskosten übernehmen. Unterhaltsverpflichtet sind zuerst Ehegatten, dann die erwachsenen Kinder, gefolgt von den Eltern, den Geschwistern, Großeltern und Enkeln. Ein Unterhaltsverpflichteter muss auch dann für die Kosten aufkommen, wenn er das Erbe ausgeschlagen hat. Hierzu gibt es in jedem Bundesland unterschiedliche Regelungen.


Was daneben noch zu beachten ist

Die den Nachlass oder Ersatzleistungen Dritter übersteigenden Bestattungskosten müssen zusätzlich über der zumutbaren Belastung liegen. Ihre abzugsfähigen Kosten können Sie dann auf dem Mantelbogen auf Seite 3 unter den „anderen außergewöhnlichen Belastungen“ eintragen.


Checkliste zu Beerdigungskosten

In unseren ausführlichen Checklisten können Sie genau nachlesen, welche Kosten für Sie bei einer Bestattung absetzbar sind und welche nicht.