Beispiele Behindertenpauschbetrag

Übungsfälle zum Behindertenpauschbetrag

Fall 1

Für den Behinderten Ahr war bisher ein Grad der Behinderung von 40% festgestellt. Im Laufe des Jahres wird die Erwerbsminderung auf 85% erhöht. Ermitteln Sie den Behindertenpauschbetrag!

Lösung:
Der Behindertenpauschbetrag beträgt für den VZ (es wurde für den gesamten VZ eine Erwerbsminderung von 85% unterstellt) 1.230€.


Fall 2

Der Steuerpflichtige Wolf war bisher 75% körperbehindert. Mit Wirkung vom 05.11.2016 wird der Grad der Erwerbsminderung auf 50% herabgesetzt. Ermitteln Sie den Behindertenpauschbetrag!

Lösung:
Entscheidend für den VZ 2016 ist ein Grad der Erwerbsminderung von 75%, das entspricht einem Pauschbetrag von 1.060€. Ab VZ 2017 wird die Erwerbsminderung von 50%, Pauschbetrag 570€, berücksichtigt.


Fall 3

Beim Steuerpflichtigen Bös ist ein Grad der Erwerbsminderung von 25% festgestellt worden. Eine Rente oder andere laufende Bezüge nach gesetzlichen Vorschriften stehen ihm nicht zu. Kann der Steuerpflichtige einen Behindertenpauschbetrag nach § 33b Abs. 2 EStG in Anspruch nehmen?

Lösung:
Ein Behindertenpauschbetrag nach § 33b EStG kann nicht gewährt werden, weil die Voraussetzungen des § 33b Abs. 2 EStG nicht vorliegen. Eventuelle Aufwendungen können jedoch nach § 33 EStG geltend gemacht werden.


Fall 4

Der ledige Steuerpflichtige Korn ist an einem schweren Herzleiden erkrankt. Durch einen Ausweis nach dem Schwerbehindertengesetz weist der Steuerpflichtige einen Grad der Erwerbsminderung von 85% nach. Ermitteln Sie den Behindertenpauschbetrag!

Lösung:
Behindertenpauschbetrag = 1.230€.


Fall 5

Horst Hummel, 20 Jahre, Student ohne eigene Einkünfte, lebt als einziger Sohn im Haushalt seiner Eltern in München. Horst verletzte sich im VZ 2016 infolge eines selbst verschuldeten Autounfalls so schwer, dass er erblindete. Den Eltern, die für ihren Sohn Kindergeld beziehen, sind hieraus im VZ 2016 Krankenhausaufwendungen (nach Erstattung durch die Krankenkasse) in Höhe von 5.400€ entstanden. Frau Hummel pflegt ihren Sohn persönlich und unentgeltlich. Durch die Behinderung des Sohnes bedingt, sind die Eltern in 2016 mit ihrem Pkw 5.000 km gefahren. Ein Einzelnachweis liegt nicht vor. Gesamtbetrag der Einkünfte der Eltern 85.000€.

Ermitteln Sie die abziehbaren außergewöhnlichen Belastungen der Eltern. Ein Antrag auf Übertragung des Behindertenpauschbetrages des Sohnes auf die Eltern wurde gestellt.

Lösung:
außergewöhnliche Belastungen nach § 33 EStG
Krankenhausaufenthalt (Eigenbelastung)                                                  5.400€
+ Privatfahrten des Behinderten ohne Einzelnachweis (3.000 km x 0,30€)  900€
Gesamtbetrag                                                                                            6.300€
– zumutbare Belastung (4% von 85.000€)                                                 3.400€
abziehbar                                                                                                   2.900€

Behindertenpauschbetrag nach § 33b Abs. 2 EStG
Pauschbetrag (für laufende Aufwendungen)                                             3.700€
Auf Antrag kann der Behindertenpauschbetrag auf die Eltern übertragen werden, da sie für ihren Sohn Kindergeld beziehen und der Sohn über keine eigenen Einkünfte verfügt. Der Pauschbetrag ist in voller Höhe anzusetzen, auch wenn die Voraussetzungen nicht das ganze Jahr vorgelegen haben.

Pflegepauschbetrag nach § 33b Abs. 6 EStG
Pauschbetrag                                                                                                924€
Die Voraussetzungen liegen vor: persönliche Pflege durch den Steuerpflichtigen in seiner Wohnung
im Inland (EU), 
Hilflosigkeit der gepflegten Person, keine Einnahmen für die Pflege.

= Summe (abziehbar)                                                                                 7.524€