Brille

Die Brille von der Steuer absetzen

Sehr viele Deutsche tragen eine Brille und kennen daher wohl das Dilemma – ohne Brille ist man stark eingeschränkt, aber sich eine neue Brille zu kaufen kann ein tiefes Loch in den Geldbeutel reißen.

Daher liegt der Wunsch nahe, den Staat irgendwie an den Kosten zu beteiligen und die neue Brille von der Steuer abzusetzen.

Grundsätzlich gibt es dafür tatsächlich 2 Möglichkeiten: Die neue Brille als Werbungskosten oder als außergewöhnliche Belastung geltend machen.


Eher schlechte Chancen für den Abzug als Werbungskosten

Doch eine Brille als Werbungskosten abzusetzen nach dem Motto „Ich trage die Brille ausschließlich am Arbeitsplatz und könnte ohne sie gar nicht meine Arbeit verrichten“, könnte schwierig werden. Leider auch dann, wenn die Brille im beruflichen Interesse getragen wird und somit den Erhalt der Einnahmen sichert.

Der Grund liegt darin, dass der Bundesfinanzhof 2005 entschieden hat, dass eine Brille nur nötig sei, um eine Sehschwäche auszugleichen. Und die Kosten um diesen körperlichen Mangel zu korrigieren gehören zur privaten Lebensführung. So ist es definiert und daran kann man leider auch nichts ändern. Die Brille ist also kein Arbeitsmittel, sondern ein medizinisches Hilfsmittel.

Wichtig

Die einzige Möglichkeit die Brille doch als Werbungskosten abzusetzen, liegt darin nachzuweisen, dass die Sehschwäche aus der Arbeit an einem Bildschirm resultiert.

Diese Einschränkungen sind schade, könnte man nämlich eine Brille als Werbungskosten uneingeschränkt schon ab dem ersten € absetzen und bräuchte nicht erst die zumutbare Belastungsgrenze überschreiten.

Nur Brillen zu denen Sie verpflichtet sind sie an Ihrem Arbeitsplatz zu tragen, z.B. Schutzbrillen, können Sie ohne Ausnahmen als Werbungskosten geltend machen.


Abzug als außergewöhnliche Belastung

Eine Brille können Sie aber in jedem Fall als außergewöhnliche Belastung absetzen, genau wie Ihre anderen Krankheitskosten, Kurkosten, Fahrtkosten zum Arzt usw.

Damit sich die Brille aber auch steuerlich auswirkt, müssen Ihre Kosten für alle außergewöhnlichen Belastungen in einem Jahr über Ihrer zumutbaren Belastung liegen. Dann haben Sie die Möglichkeit den übersteigenden Betrag in der Steuererklärung abzusetzen.

Wenn Sie knapp unter der Belastungsgrenze liegen können Sie also getrost noch die neue Brille im alten Jahr kaufen und den Fiskus damit an den Kosten beteiligen. Wenn Sie Ihre zumutbare Belastung in einem Jahr aber nicht überschreiten werden, ist es egal, ob Sie die Anschaffung in diesem oder dem nächsten Jahr tätigen.

Eine weitere Voraussetzung für die Absetzbarkeit ist ein ausgestelltes ärztliches Attest. Das gilt aber nur für die erste Brille. Für alle weiteren reicht dann die Sehschärfenbestimmung Ihres Optikers aus.

Natürlich können Sie auch die Brille für Ihr Kind auf dem gleichen Weg absetzen. Denn Ihre eigenen außergewöhnlichen Belastungen, die Ihres Ehepartners und Ihrer Kinder werden bei Zusammenveranlagung zusammenaddiert und wirken sich gemeinsam steuerlich aus.