Renten und Pensionen

Die unterschiedlichen Alterseinkünfte – private und gesetzliche Renten versus Pensionen

Ganz allgemein wird unterschieden zwischen privaten und gesetzlichen Renten zum einen und Pensionen zum anderen. Zwischen ihnen gibt es diverse Unterschiede, so z.B. die Berechnungsweise der Einkünfte für Ihre Steuererklärung.

Dieser Artikel gibt einen groben Überblick über die Unterschiede und hilft Ihnen damit auch bei der Ermittlung Ihrer außergewöhnlichen Belastungen. So müssen z.B. bei den Unterhaltsleistungen nach § 33a Abs. 1 EStG Einkünfte und Bezüge der unterhaltsempfangenden Person angegeben werden, wozu regelmäßig auch Renten und Pensionen gehören.


Welche Renten muss ich in der Steuererklärung angeben?

Die Besteuerung der Renten unterteilt sich in 3 Gruppen:

  • Leibrenten aus den gesetzlichen Rentenversicherungen, der landwirtschaftlichen Alterskasse oder den berufsständischen Versorgungseinrichtungen. Dazu gehören auch Renten aus eigenen zertifizierten Basisrentenverträgen (Rürup-Rente);
  • Leibrenten aus privaten Rentenversicherungsverträgen und
  • Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen (sogenannte Riester-Rente) und aus der betrieblichen Altersversorgung, auch soweit es sich um Leibrenten aus dem umlagefinanzierten Teil von Zusatzversorgungskassen, wie z. B. der VBL oder einer ZVK, handelt.

Renten gehören zu den sonstigen Einkünften nach § 22 EStG.

Pensionen jedoch (Beamtenpensionen, Betriebsrenten) gehören nicht zu den sonstigen Einkünften, sondern zu den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit. Diese werden deshalb in der Anlage N eingetragen. Für Pensionen erhalten Sie übrigens auch immer eine Lohnsteuerbescheinigung – wie zu Ihrer aktiven Arbeitszeit.

Eine Pension unterscheidet sich dadurch grundlegend von einer Rente, dass von Ihrem ehemaligen Arbeitgeber Beiträge für eine spätere Pension gezahlt wurden – ohne dass Sie selbst Beiträge geleistet haben.


Welche Renten muss ich nicht in der Steuererklärung angeben?

Normalerweise müssen Renten bzw. Pensionen genau wie der Arbeitslohn während der Erwerbstätigkeit besteuert werden. Einige Arten von Renten sind jedoch in vollem Umfang steuerfrei und brauchen daher in Ihrer Steuererklärung gar nicht erst angegeben werden.

Dazu gehören vor allem:

  • Renten aus der gesetzlichen Unfallversicherung (z. B. Berufsgenossenschaftsrenten),
  • Kriegs- und Schwerbeschädigtenrenten,
  • Geldrenten, die unmittelbar zur Wiedergutmachung erlittenen nationalsozialistischen oder DDR-Unrechts geleistet werden.

Rentenfreibeträge

Ihre Rente müssen Sie nicht in vollem Umfang versteuern. Sie erhalten bestimmte Freibeträge, die Sie direkt von Ihrer steuerpflichtigen Rente abziehen dürfen.

Der persönliche Rentenfreibetrag

Der Rentenfreibetrag wird im zweiten vollen Jahr des Rentenbezugs ermittelt. Im Jahr des Rentenbeginns und im zweiten Rentenbezugsjahr wird die Rente mit dem sogenannten Besteuerungsanteil besteuert.

Wenn Ihr Besteuerungsanteil beispielsweise 70% (Rentenbeginn 2015) beträgt, dann beläuft sich Ihr Rentenfreibetrag auf 25% der Bruttorente Ihres zweiten Rentenbezugsjahres. Dieser Betrag (nicht der Prozentsatz) wird dann festgeschrieben und bleibt zeitlebens gleich.

Ab dem dritten Jahr ist die Rente in voller Höhe nach Abzug des persönlichen Rentenfreibetrags und des Werbungskostenpauschbetrags von 102€ steuerpflichtig.

Zukünftige Rentenerhöhungen werden zu 100% versteuert, da Ihr Rentenfreibetrag ein festgeschriebener Betrag ist (sogenanntes Kohortenprinzip) und alle Bestandteile Ihrer Rente, die über diesen hinausgehen, steuerpflichtig sind.

Der Rentenfreibetrag wird von Jahr zu Jahr geringer. Wenn Sie im Jahr 2040 in Rente gehen, erhalten Sie keinen Rentenfreibetrag mehr und Ihre Rente ist zu 100% steuerpflichtig. Im Gegensatz dazu können Sie dann Ihre Altersvorsorgeaufwendungen vor dem Eintritt in den Ruhestand in voller Höhe absetzen.

Der Versorgungsfreibetrag für Beamte

Wie der Rentenfreibetrag schmilzt auch der Versorgungsfreibetrag bis zum Jahr 2040 auf 0%. Der Versorgungsfreibetrag gilt aber nur für Pensionen und Betriebsrenten. Darüber hinaus erhalten Pensionäre einen Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag. Auch dieser Zuschlag wird mit der Zeit geringer.

So sehen die Zahlen bei Pensionsbeginn im Jahre 2016 aus:

  • Der Versorgungsfreibetrag beträgt 22,4% der Pension, max. 1.680€.
  • Der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag beträgt 504€.
  • Ferner wird der Werbungskostenpauschbetrag von 102€ abgezogen.
  • Insgesamt bleiben von der Pension somit 2.286€ steuerfrei – und zwar lebenslang.

Der Versorgungsfreibetrag ist übrigens der „Ersatz“ für den Arbeitnehmerpauschbetrag von jährlich 1.000€, den Sie während Ihrer Erwerbszeit von Ihrem Bruttolohn abziehen durften. Dieser ist etwas geringer wie der Arbeitnehmerpauschbetrag, weil unterstellt wird, dass Sie als Rentner nicht mehr so hohe Ausgaben tätigen müssen wie früher. So haben Sie beispielsweise nicht mehr so hohe Fahrtkosten, da Sie nicht jeden Tag zur Arbeit fahren müssen.

Der Werbungskostenpauschbetrag

Egal ob Rente oder Pension, Sie dürfen immer neben den anderen Pauschbeträgen einen Werbungskostenpauschbetrag von jährlich 102€ abziehen.

Falls Sie höhere Werbungskosten hatten, z.B. weil Sie in einem Jahr einen Rentenberater zu Hilfe gezogen haben, können Sie natürlich auch Ihre höheren Aufwendungen ansetzen.

Tipp 

Wenn Sie als Rentner mit den diversen Freibeträgen, Pauschalen und abziehbaren Kosten unter dem steuerlichen Grundfreibetrag von 8.652€ (2016) bleiben, dann müssen Sie auch keine Steuern auf Ihr Einkommen zahlen. Für Verheiratete gilt der doppelte Betrag (17.304€).


Wie werden die steuerpflichtigen Renteneinkünfte ermittelt?

Gesetzliche Renten werden mit dem Besteuerungsanteil versteuert (abhängig vom Jahr des Rentenbeginns), private mit dem Ertragsanteil (abhängig vom Alter bei Renteneintritt).

Die steuerpflichtigen Renteneinkünfte ermitteln sich dabei wie folgt:

Rentenbetrag Rentenbetrag
– Rentenfreibetragx Ertragsanteil
– Werbungskosten– Werbungskosten
= Renteneinkünfte= Renteneinkünfte

Maßgeblich für die Besteuerung der Rente ist bei in der gesetzlichen Krankenversicherung Pflichtversicherten der Rentenbetrag vor Abzug des Eigenanteils zur Kranken- und Pflegeversicherung und bei freiwillig oder privat Krankenversicherten der Rentenbetrag ohne Zuschuss zur Krankenversicherung. Die Zuschüsse des Rentenversicherungsträgers für die Krankenversicherung der Rentner sind nämlich steuerfrei nach § 3 Nr. 14 EStG.

Pensionen und Betriebsrenten gehören zu den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit und stellen Einnahmen aus einem früheren Dienstverhältnis dar.

Die steuerpflichtigen Einkünfte ermitteln sich dabei wie folgt:

Pension
– Versorgungsfreibetrag
– Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag
– Werbungskosten
= Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit