Unterhalt

Unterhaltsleistungen nach § 33a Abs. 1 EStG

Unterhaltsleistungen können Sie als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Sie gehören zu den außergewöhnlichen Belastungen besonderer Art und sind im Paragraph 33a Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes geregelt.

Unterhalt außergewöhnliche Belastungen

Unterhaltsleistungen sind jedoch nicht zwangsläufig außergewöhnliche Belastungen. Sie können auch Sonderausgaben sein. Diese Unterscheidung ist wichtig.

Sonderausgaben sind Unterhaltszahlungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten (sogenanntes „Realsplitting“). Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass der Unterhaltsempfänger den Unterhaltszahlungen in der Anlage U mit seiner Unterschrift zustimmt. Dieser muss die Leistungen dann als sonstige Einkünfte (Anlage SO) versteuern. Unterschiede gibt es auch bei den erlaubten Aufenthaltsorten des Unterhaltsempfängers. Als Sonderausgaben können Sie 13.805€ im Kalenderjahr absetzen. Dieser Abzug ist unabhängig von der Höhe der Einkünfte oder des Vermögens der zu unterstützenden Person.

Der Höchstbetrag von Unterhaltsaufwendungen als außergewöhnliche Belastungen beträgt 8.652€ (entspricht dem Grundfreibetrag). Allerdings werden von diesem Höchstbetrag Einkünfte und Bezüge (wie z.B. Arbeitslosen-, Kranken-, oder Wohngeld) des Unterhaltsempfängers abgezogen, wenn diese 624€ im Jahr übersteigen (anrechnungsfreier Betrag). Die Möglichkeit Unterhaltsaufwendungen als außergewöhnliche Belastungen abzusetzen, können Sie beispielsweise ausschöpfen, wenn der Unterhaltsempfänger seine Zustimmung verweigert. Dieser muss die Einkünfte dann auch nicht versteuern.

Zu berücksichtigen ist, dass er Abzug der Unterhaltsaufwendungen als außergewöhnliche Belastungen allerdings erst im Jahr der Aufhebung der Zusammenveranlagung möglich ist.

Gute Nachricht 

Die zumutbare Belastung wirkt sich bei Unterhaltsleistungen nicht aus!


Unterhalt an Kinder meistens nicht absetzbar

Sie können Ihre Ausgaben absetzen, wenn Sie gegenüber der unterhaltsempfangenden Person gesetzlich zum Unterhalt verpflichtet sind. Das kann beispielsweise Ihr Ex-Ehegatte, Ihre pflegebedürftige Mutter oder auch Ihr Enkel sein.

Sie dürfen allerdings keinen Anspruch auf Kinderfreibetrag oder Kindergeld für die zu unterhaltende Person besitzen. Nur wenn Sie ein älteres Kind haben, das die Altersgrenzen beim Kindergeld oder dem Kinderfreibetrag überschritten hat, kann der Unterhalt an dieses als außergewöhnliche Belastung steuerlich wirksam gemacht werden.

Diese Regelung wurde getroffen, weil der Fiskus annimmt durch das Kindergeld bzw. den Kinderfreibetrag einen ausreichenden Ausgleich für Eltern zu gewähren.

Achtung 

In diesem Fall könnte für Sie der Ausbildungsfreibetrag relevant sein.


Was gehört zum Unterhalt?

Zum Unterhalt gehören alltäglich notwendige Ausgaben, z.B. für Wohnung, Hausrat oder Kleidung. Natürlich muss die unterstützte Person auch bedürftig sein, also über kein großes Einkommen oder Vermögen verfügen.

Zudem können Einmalzahlungen oder mietfreie Überlassungen von Immobilien zum Unterhalt gehören.

Hinweis 

Beiträge zur Basiskranken- und Pflegepflichtversicherung (Basisabsicherung) der zu unterstützenden Person erhöhen Ihren Höchstbetrag von 8.652€, wenn der Unterhaltsempfänger Versicherungsnehmer ist. Dabei ist es egal, ob Sie Ihre Aufwendungen als Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen absetzen.

Der Unterhaltsempfänger kann die Beiträge zur Basiskranken- und Basispflegeversicherung dann übrigens als eigene Vorsorgeaufwendungen (Anlage VA) absetzen.


Vor dem Abzug die Opfergrenze beachten

Sie können Unterhaltszahlungen nur als außergewöhnliche Belastungen absetzen, wenn für Sie und Ihre Familie nach Abzug der Unterhaltsleistungen noch genug zum Leben bleibt (die sogenannte Opfergrenze).

Die Grenze wird ermittelt nach einem bestimmten Prozentsatz Ihres verfügbaren Nettoeinkommens, der abhängig von Ihrer Familiengröße ist. Dabei werden steuerpflichtige und steuerfreie Einnahmen (z. B. auch Kindergeld) angesetzt. Steuern sowie unvermeidbare Versicherungsbeiträge werden abgezogen.

Nicht anzuwenden ist die Opfergrenze bei Unterhaltsleistungen an den (auch geschiedenen) Ehegatten bzw. bei einer bestehenden Haushaltsgemeinschaft mit der unterhaltenen Person.


In welchem Formular trage ich die Unterhaltsleistungen ein?

Das Formular „Anlage U“ darf nicht mit der Anlage Unterhalt verwechselt werden. Während in der „Anlage U“ die Unterhaltszahlungen an den geschiedenen oder getrennt lebenden Ehegatten für den Abzug als Sonderausgaben erfasst werden, sind in der „Anlage Unterhalt“ Unterhaltsaufwendungen an bedürftige Personen (z.B. Eltern, Kinder, Enkel) als außergewöhnliche Belastungen anzusetzen.

Zusätzlich werden außergewöhnliche Belastungen (Zahlungen an bedürftige Personen) auf Seite 3 des Mantelbogens (Hauptformular) unter „andere außergewöhnliche Belastungen“ eingetragen.

Faustregel: Ein Ansatz als außergewöhnliche Belastung ist nur dann vorteilhaft, wenn die Unterhaltsleistung verhältnismäßig niedrig ist und die bedürftige Person nur über ein geringes eigenes Einkommen und/oder Vermögen verfügt. In den anderen Fällen ist ein Abzug als Sonderausgabe besser.