Voraussetzungen Unterhaltsleistungen

Voraussetzungen zum Abzug von Unterhaltsleistungen

Sie zahlen Unterhalt an eine Ihnen nahestehende Person. So weit, so gut. Doch welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit sich diese Zahlungen bei Ihrer Steuererklärung zunutze machen? Speziell dann, wenn es sich um außergewöhnliche Belastungen, und nicht um Sonderausgaben handelt. Diese Fragestellung wird im folgenden Artikel ausführlich beleuchtet.

Außergewöhnliche Belastungen Unterhalt

Es wird bei Unterhaltsaufwendungen zwischen allgemeinen Voraussetzungen des § 33 EStG und speziellen Voraussetzungen des § 33a Abs. 1 EStG unterschieden.

Zu den allgemeinen Bedingungen gehören:

Zu den speziellen Vorgaben gehören:

  • tatsächliche Aufwendungen für den Unterhalt
  • gesetzliche Unterhaltspflicht gegenüber der unterhaltenen Person
  • kein Anspruch auf Kinderfreibetrag nach § 32 Abs. 6 EStG oder Kindergeld für die unterhaltene Person
  • Bedürftigkeit der unterstützten Person und
  • Antrag des Steuerpflichtigen (in der Einkommensteuererklärung)

Tatsächliche Aufwendungen für den Unterhalt

Um den Unterhalt als außergewöhnliche Belastungen steuerwirksam geltend machen zu können, bedarf es auch tatsächlichen Aufwendungen dafür. Es muss sich um alltäglich notwendige Ausgaben handeln, z.B. für Wohnung, Hausrat, Kleidung, Ernährung, Heizung, Berufsausbildung, Altenheim usw.

Auch können Einmalzahlungen oder mietfreie Überlassungen von Immobilien zu diesen Ausgaben gehören.

Es ist unwichtig, ob Sie Unterhaltsleistungen in Form von Geld- oder Sachgütern leisten.


Gesetzliche Unterhaltspflicht erforderlich

Sie oder Ihr Ehepartner müssen gegenüber der unterhaltenen Person gesetzlich zum Unterhalt verpflichtet sein.

Gesetzlich unterhaltsberechtigt sind folgende Personen:

  • Ehegatte bzw. eingetragener Lebenspartner (getrennt lebend oder geschieden)
  • Kinder (soweit kein Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag besteht, z.B. über 25 Jahre alte Kinder in Ausbildung; auch nichteheliche Kinder)
  • Eltern und Großeltern
  • Enkel
  • Mutter eines nichtehelichen Kindes solange wegen nicht vorhandener Kinderbetreuungsmöglichkeit eine Erwerbstätigkeit nicht erwartet werden kann.

Den unterhaltsberechtigten Personen gleichgestellt:

  • Nichteheliche Lebenspartner
  • Verwandte und Verschwägerte, z.B. Geschwister, Tante, Onkel
    Aber: Voraussetzung ist, dass diese Personen bei Ihnen im Haushalt leben und den Personen Unterhaltszahlungen aus öffentlichen Mitteln (z.B. Sozialhilfe, Arbeitslosenhilfe) wegen Ihrer Unterhaltsleistungen gekürzt oder nicht gewährt wurden.

Besondere Anmerkung: Unterhaltspflicht gegenüber Eltern, Schwiegereltern und Großeltern 

Ihren Eltern gegenüber sind Sie immer unterhaltspflichtig. Nicht jedoch gegenüber Ihren Stiefeltern.

Aber auch Schwiegereltern sind unterhaltsberechtigt – zwar nicht direkt Ihnen, jedoch Ihrem Ehepartner gegenüber. Für den Abzug als außergewöhnliche Belastungen ist es dabei egal, wer von Ihnen der Unterhaltspflichtige ist bzw. die Aufwendungen getragen hat. Unterhaltsaufwendungen an die Schwiegereltern sind also während der Ehe absetzbar. Eine Zusammenveranlagung ist dabei unerheblich. Damit sind Zahlungen auch dann abzugsfähig, wenn die Eheleute dauernd getrennt leben.

Gleichfalls sind Sie gegenüber Großeltern unterhaltspflichtig. Diese Unterhaltspflicht ist aber nachrangig nach Ihren Eltern. Diese müssen also immer zuerst zahlen, weshalb Unterhaltsleistungen an Ihre Großeltern meistens nicht abziehbar sind.


Bei im Inland lebenden Angehörigen ist unerheblich, ob eine konkrete Unterhaltspflicht tatsächlich besteht, also ob andere Personen vorrangig unterhaltsverpflichtet sind. Ohne Bedeutung ist auch, ob die unterstützte Person in der Lage wäre, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen (Erwerbsobliegenheit).


Kein Anspruch auf einen Kinderfreibetrag oder Kindergeld

Sie dürfen für die Person, die Sie unterstützen, weder Kindergeld noch einen Kinderfreibetrag erhalten. Deshalb können Sie Unterhaltszahlungen an Ihre Kinder innerhalb der außergewöhnlichen Belastungen nur absetzen, wenn diese die Altersgrenzen für das Kindergeld oder den Kinderfreibetrag überschritten haben.

Falls Ihr Kind allerdings volljährig ist und für seine Ausbildung auswärtig untergebracht ist, könnte der Ausbildungsfreibetrag nach § 33a Abs. 2 EStG für Sie relevant sein.


Bedürftigkeit der unterstützten Person

Die unterhaltene Person darf kein oder nur ein geringes Vermögen besitzen. Darunter fällt ein Vermögen bis zu 15.500€, ein angemessenes Hausgrundstück (das selbst genutzt wird), Hausrat und persönliche Erinnerungsstücke.


Antrag des Steuerpflichtigen

Der Steuerpflichtige, der eine bedürftige Person unterstützt, muss dies in der Einkommensteuererklärung beantragen – auf dem Mantelbogen auf Seite 3.